Besondere Feste

Alexanders führen seit 30 Jahren Weißes Roß

Besonderer Geburtstag bei Familie Alexander: Seit 30 Jahren
führt sie das Hotel Weißes Roß am Groitzscher Markt und ist 20 Jahre
eigener Herr im Haus.

Klaus-Jürgen, Michael und Gabriele Alexander erhalten Glückwünsche von
Dieter (li.) und Karin Hager (re.) vor dem Weißen Roß.

Ruhig wurde das Jubiläum begangen, kein großer Rummel.
Ein paar Luftballons wippten am Biergarten im Wind.
Seit nunmehr 30 Jahren haben die Eheleute Klaus-Jürgen
und Gabriele Alexander das Zepter in der Hand. Sohn Michael
wird immer mehr ins Geschäft eingeführt. Damit alles im Haus läuft,
steht erfahrenes Personal bereit. So können Jürgen Fischer und
Karina Albrecht auf 20 Betriebsjahre in der Küche und
Simone Zimmermann auf zehn Jahre im Service zurückblicken.
Das Ehepaar begann als Gaststättenleitung des Konsums mit acht bis zehn
Leuten als Personal.
Zur Wende wagten Alexanders mit Mut und Ehrgeiz den Schritt in die
Selbstständigkeit. "Bis heute haben wir das, trotz mancher Problem,
nicht bereut", sagte Gabriele Alexander. "Wir haben den Betrieb schon
immer wie unseren Eigenen geführt, da ist es nicht schwer gefallen".
Das Objekt Weißes Roß wurde dem Paar von der Stadt angeboten.
Da gab es kein langes Überlegen. Bald wurden die ersten Baumaßnahmen
durchgeführt, die zehn Hotelzimmer auf 14 erweitert, jedes bekam WC
und Dusche. 1993 war die Küche mit einer kompletten Überholung dran.
Und im Jahr 2000 war die Zeit reif für das Vorhaben "Umbau Restaurant".

Text: LVZ   Bild: Mathias Bierende


Groitzscher Restaurant und Hotel "Weißes Roß" bietet gute Küche und Entspannung


"Ich möchte einmal nur mit Profis arbeiten. Schön, dass es hier geklappt hat."
Diese Zeilen schrieben vor einigen Jahren die beiden RadioModeratoren
Thomas Böttcher und Uwe Fischer ins Gästebuch des "Weißen Roß" ein.
Auch andere Gäste singen ein Loblied auf die gute Küche des Restaurants am Groitzscher Markt.
"Wer hier verkehrt,
verkehrt nicht verkehrt. Und wer hier nicht verkehrt, verkehrt verkehrt",
notieren etwa Elfriede und Werner aus Kalifornien - er
stammt
aus Elstertrebnitz - am
9.9.1999. Und der Sonderverein Norwichkröpfer
feierte sogar sein Erntedankfest im
"Weißen Roß". "Hier haben wir einen Volltreffer gelandet.
Ob Unterkunft, Küche oder Personal alle
bekommen, um in unserer
Züchtersprache zu sprechen, ein Vorzüglich."

Seit mittlerweile 31 Jahren führen Gabriele und Klaus-Jürgen Alexander
das Haus, zunächst als Konsumangestellte, nach
der Wende erwarben sie das
Gebäude von der Stadt und machten sich selbstständig.
Bis zu 100 Personen finden in ihrem
Restaurant Platz und lassen sich von den
acht Mitarbeitern verwöhnen.
Renner auf der Speisekarte sind laut Gastronom
Alexander das Schäfer-
pfännchen sowie Bisonfleisch in allen Variationen.
Neben weiteren Klassikern wie Braumeister oder
Holzfällersteak
unternimmt der Küchenchef auch gerne Ausflüge in die exotische Küche.
So zauberte er seinen Gästen
unter anderem schon Antilope
("das Fleisch ist ganz zart, wie Reh"), Krokodil oder Känguru auf dem Herd mit
großem Erfolg.
Zudem feiert das Haus saisonale Speisen wie die Spargelzeit, Matjes oder

Pfifferlingzeit. "Alles kommt bei uns frisch auf den Tisch", bemerkt Gabriele
Alexander und erwähnt, dass sie mit guten Lieferanten aus der Region
zusammenarbeiten.
Gemüse, Kartoffeln, Spargel, Kopfsalat - alles
wächst um die Ecke.


Klaus-Jürgen Alexander ist berühmt für seine hausgemachten Krautrouladen.
Der gelernte Fleischer und Koch setzt in
seiner Küche auf frische Produkte aus der Region.


Neben einheimischen Gästen sowie ehemaligen Groitzschern, die aus
aller Herrenländer zu Familienfeiern und
Klassentreffen in ihre alte
Heimat kommen, ließen es sich schon die Puhdys, Reinhard Lakomy,
Nicky, Komiker Winfried
Krause oder der ehemalige sowjetische
Botschafter Valentin Falin bei den Alexanders gutgehen.
Der Küchenmeister
Eberhard Blüthner vom Kochkunstverein Leipzig
bescheinigte den Wirtsleuten sogar schwarz auf weiß: "Das Essen hat

sehr gut geschmeckt."
Aber nicht nur Zunge und Gaumen werden im "Weißen Roß" verwöhnt,
sondern auch das Auge. Die Dame des Hauses
beweist seit vielen Jahren
ein glückliches Händchen für Blumenschmuck und Dekorationen und
verziert sowohl den Freisitz
als auch die Gaststube mit hübschen Blickfängen.

 
Darüber hinaus sorgen der große Kachelofen im Gastraum,
Buntglasfenster,
eine Spiel- und
Zeitschriftenecke sowie die Modellform des "Weißen Roß"
für eine behagliche Atmosphäre
wie zu Hause.
"Wir holen uns manche Ideen, auch für unsere Speisekarte, in anderen Gaststätten", bemerkte die Unternehmerin.
"Gegen
Betriebsblindheit muss man einfach über den Tellerrand schauen." Außerdem wälzt sie Fachzeitschriften und hört ihren Gästen genau zu.
Das inspiriert manchmal zu Veränderungen. "Als Chef bist du aber nur so gut,
wie die Mannschaft ist, und
umgekehrt", ergänzte Klaus-Jürgen Alexander.
"Es gibt nichts Wertvolleres in so einem Betrieb wie das Personal. Sie sind

die Säulen des Unternehmens. Wenn sie nicht mitziehen, kannst du anstellen, was du willst."
Seit über 20 Jahre halten die
Mitarbeiter dem "Weißen Roß" bereits die Treue und kümmern
sich vom Reinigen bis zum Servieren um alle Belange des
Hotel- und
Gaststättenbetriebs. "Einmal hatten wir einen Gast mit dem Namen Langohr.
Er wurde von unserer Serviererin
Frau Hasenbein bedient", erinnert sich Alexander an eine lange zurückliegende Episode.
Mit ihrer gutdeutschen Hausmannskost, dem Ausrichten von privaten Feiern
und Veranstaltungen, dem Catering sowie
öffentlichen Silvesterfeiern im Haus
hat sich das "Weiße Roß" bis über die Stadtgrenzen hinaus einen Namen gemacht.

Stammkunden erhalten als Dank für ihre Treue stets zum Jahresende ein kleines Präsent wie bestickte Tücher oder Hausgeräuchertes.
Eine Tradition, die auch Sohn Michael Alexander (32) weiterführen möchte.
Er wird Schritt für Schritt die
Nachfolge seiner Eltern antreten, die sich in den nächsten Jahren langsam aus dem aktiven Geschäft zurückziehen möchten.
Das "Weiße Roß" steht seit 1650 am Groitzscher Markt. Bedeutung hatte es früher als Beherbergungsstätte für Fahrensleute an der Handelsstraße zwischen Gera und Leipzig.
Nach einem Brand 1826 wurde die Gaststätte mit Tanzsaal
neu errichtet.
Für 1899 ist eine zeitgemäße Umgestaltung bekannt, und zu Beginn der 1970er Jahre erfolgte eine
umfassende Rekonstruktion.
Um die Jahrtausendwende ließen die Wirtsleute den Innenbereich ausbauen;
die letzte
Sanierung von Dach und Fassade erfolgte 2005/2006.


Sie sind Gastwirte und Hotelbetreiber mit Herzblut: Klaus-Jürgen,
Gabriele und Michael Alexander vom "Weißen Roß".


Als Wirt muss man... seine Gäste verwöhnen und die eigenen Mitarbeiter motivieren.
Früher...war hier schon immer eine Gaststätte mit Herberge, zur Ausspannung
für die Fahrensleute zwischen Leipzig und
Gera.
Kulinarische Renner sind... Bisonfleisch aus der Region, entweder als Steak,
Roulade, Sauerbraten oder Gulasch
verarbeitet; und natürlich unser
Schäferpfännchen mit Lammrückenfilet, geschmolzenen Tomaten und Bohnen.

Unser Getränketipp ist... für den Sommer Aperol Spritz, ein fruchtig - bitterer
Likör mit Eis, Sekt und Mineralwasser und für den Winter Sanddornlikör mit Sekt.
Interessante Gäste sind... alle Gäste, denn jeder hat seine eigene Geschichte zu erzählen.
Bei uns waren aber auch
schon die Puhdys, Reinhard Lakomy, Nicky
oder Winfried Krause zu Gast.

In Zukunft soll... unser Sohn Michael schrittweise die Geschäfte
übernehmen. Wir wollen uns langsam zurückziehen.


Text: LVZ vom 18.08.2011  Bilder: Taubert
 
In unserem Haus finden über das Jahr verteilt immer wieder kulinarische Höhepunkte statt, die umgeben mit einem liebevoll zusammengestellten kulturellen Rahmenprogramm immer wieder viele Menschen aus nah und fern anziehen.